Stoffel-Zeit

Jeden Sommer ist es soweit: Irgendwann beginnt die vierwöchige Stoffel-Zeit, also das Festival „Stalburg offen Luft“ des Stalburg-Theaters. Diese Veranstaltung findet mitten in der Stadt im Günthersburg-Park statt und ist für die Besucher im Grunde gratis – wenn man einmal von den roten Spendeneimern absieht, die von netten Helfern regelmäßig herumgereicht werden.

In wunderbar entspannter Atmosphäre gibt es täglich zwei bis drei Veranstaltungen, angefangen von der Kinderbelustigung über Konzerte bis hin zu Kabarett und Lesungen. Man platziert sich für diesen Zweck auf den bereitgestellten Bierbänken oder lagert auf einer mitgebrachten Picknickdecke. Getränke und Essen dürfen mitgebracht werden, es gibt jedoch auch eine preiswerte Gastronomie. Das Angebot an Speisen ist nicht groß, aber ausreichend – mir hat gestern meine Bratwurst im Brötchen und später die Käse-Laugenstange ganz prima geschmeckt, und so verführerische Dinge wie Bio-Eis, saure Gurken oder Muffins hätte es auch noch gegeben. Es muss also niemand hungern oder dursten beim preiswerten Kulturgenuss.

Das Besondere am Stoffel ist für mich übrigens wirklich die angenehme Sommerstimmung, die mich jedes Mal überkommt, wenn ich auf den Bänken Platz nehme und meinen sauer gespritzten Apfelwein schlürfe. Das Publikum ist so bunt gemischt und die Laune allgemein so positiv, dass es fast gar nicht mehr darauf ankommt, wie gut das angebotene Programm ist. Man kommt ins Gespräch, mal mit den Tischnachbarn, dann mit dem Brezel-Mann, und hört keine unzufriedene Stimme.

Stoffel 2015

Ich mag das Stoffel einfach. Deshalb hoffe ich auch, dass es das Festival in dieser Form noch recht lange geben wird. Und das trotz einiger Anwohner, die sich aus mir in diesem Fall wirklich unerklärlichen Gründen – die Veranstaltung geht jeweils nur bis 9 Uhr abends – mal wieder gestört fühlen. Und auch trotz der Leute, die sich weigern, etwas in die kleinen roten Eimer zu werfen oder die ihren mitgebrachten Müll in den Park schmeißen. So etwas passiert leider immer wieder, was schade ist und den Veranstaltern unnötig Mühe macht. Nötig wäre es nicht – es gibt reichlich Mülleimer, und was man mitgebracht hat, könnte man doch eigentlich auch wieder einpacken und mit heimnehmen. Aber vielleicht denke ich da mal wieder zu pragmatisch.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s