Fundstücke 22 – Das ansteckende Apostroph

Jetzt ist es bewiesen: Das Apostroph ist tatsächlich ansteckend. Dieses kleines Zeichen, das gerne völlig willkürlich verwendet wird, führt immer wieder zu kontroversen Diskussionen. So mancher fühlte sich schon genötigt, einem anderen ein „Deppenapostroph“ vorzuwerfen. So weit würde ich nicht gehen, doch auch bei mir löst so etwas wie die „Weihnacht’s-Gans“ oder „Cocktail’s“ Kopfschütteln aus. Die Rechtschreibreform vor einigen Jahren hat sicherlich nicht geholfen, hier Klarheit zu schaffen, im Gegenteil: Die Gewohnheit, ein Apostroph zwischen das s und einen Namen zu hängen, greift immer weiter um sich. Laut Duden ist das nicht einmal ganz verkehrt, sondern in ausnahmsweisen Ausnahmefällen erlaubt – für mich sieht es trotzdem blöde aus. So wie hier diese Imbiss-Riege auf einem Parkplatz in Saarlouis: Hanno, Petra und Beate hatten anscheinend den gleichen Deutschlehrer …

Saarlouis, Deppenapostroph

Parkplatz am großen Markt, Saarlouis

Nachtrag: Eine aufmerksame Leserin wies mich darauf hin, dass „das Apostroph“ laut Duden männlich ist, also „der Apostroph“ heißt. Also nicht, dass sich das jemand falsch merkt und den Apostroph künftig entmannt – schlimm genug, dass ich das getan habe.

Und wieder einmal denke ich an den guten Mark Twain, der sich in einem sehr lesenswerten Essay über „Die schreckliche deutsche Sprache“ ausgelassen hat: Er befand es als merkwürdig, dass „eine Rübe ein Geschlecht hat, ein Fräulein aber nicht“. Nun, auch der Apostroph hat dieses dem Fräulein voraus.

4 Kommentare zu “Fundstücke 22 – Das ansteckende Apostroph

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s