Schön ausgedrückt – Ein Fels in der Brandung

Ein Fels in der Brandung: diesen Ausdruck mag ich besonders gerne. Ich denke, jeder kann sich etwas darunter vorstellen – zumindest jeder, der schon mal an einer Küste mit Brandung war. Am Strand zu stehen und zuzusehen, wie sich immer wieder das Wasser an einem hartnäckigen Stein bricht, hat etwas enorm Beruhigendes. Und wenn man gar bei starkem Wind auf einer Klippe oder Buhne steht und sich die Gischt ins Gesicht spritzen lässt, versteht man, welchem enormen Druck diese Wellenbrecher stand halten können.

Felsen in der Brandung sind durch nichts zu erschüttern, sie trotzen jedem Sturm und sind unveränderlich dort, wo man sie erwartet. Auch im Englischen gibt es diesen Begriff: „solid as a rock“ heißt es da und meint wohl in etwa dasselbe. Das Duo Ashford & Simpson hat diesen zuverlässigen Felsen sogar besungen und damit 1984 einen internationalen Hit gelandet.

Fels in der Brandung

Fels in der Brandung – in der eher ruhigen Ostsee

Menschen, die wir Felsen in der Brandung nennen, geben uns ein gutes Gefühl: Sie zeigen uns, dass sie immer für uns da sind und nicht ausweichen, wenn der Wind von vorne kommt. Mit ihnen gibt es keine unerwarteten Positionswechsel. Das heißt nicht, dass sie einem automatisch nachgeben, zu so etwas sind sie gerade nicht gemacht: An einem Felsen in der Brandung kann man sich durchaus den Kopf stoßen, wenn man es ungeschickt anstellt. Aber nie, weil er tückisch ist und angreift, sondern weil er seinen festen Standpunkt hat und den ehrlich vertritt.

Ich bin in der guten Lage, mehrere Felsen in der Brandung in meiner Nähe zu haben. Ich finde sie in meinem Privatleben, wo ich mich teilweise schon jahrzehntelang auf sie verlasse. Aber auch im Arbeitsleben habe ich diese unglaublich zuverlässigen, loyalen Kollegen, auf die ich bauen kann und ohne die dieses wirre Arbeitsleben manchmal nicht auszuhalten wäre. Ich denke, mit dieser Felsendichte gehöre ich zu den Menschen, die sich glücklich schätzen dürfen. Das ist mir durchaus bewusst.

5 Kommentare zu “Schön ausgedrückt – Ein Fels in der Brandung

  1. Hach – ich wäre froh um einen Felsen in der Brandung – Du hast gleich mehrere – seufz – Du darfst Dich wirklich glücklich schätzen. In meiner ursprünglichen Kernfamilie werden mir grad etliche Felsen vor die Füße gerollt, aber nicht, damit sie mich schützen, sondern, damit sie mich verletzen. Unterstützung hatte ich dort nichts, was über das übliche Maß an Essen, Trinken, Schlafstelle, Schule hinausging, erfahren – ansonsten hieß es gehorchen. Hat mich sehr geprägt und ich wünschte, es wäre anders. Aber gut – ist lange her und ich sollte langsam damit umgehen können. Ich hoffe, es wird mal besser – (aber wie?). Es muss sich was verändern – und wenn ich dafür alle Steine aus der Brandung rollen muss, die mir nicht guttun.
    Ich freue mich immer, wenn es etwas Neues in Deinem Blog gibt – schon allein wegen dem tollen Hintergrundbild mit dem Meer. Dorthin zieht es mich mit aller Macht – ich lebe am falschen Ort und das wird mir täglich bewusster und nimmt mir schier die Luft zum Atmen. Ich beneide Dich um die häufigen Fahrten an die See, zumal Du Dich dabei oft an Orten aufhälst, die mir vertraut sind.
    Ich wünsche Dir noch ein schönes Wochenende (ist ja diesmal ein langes und sicher bist Du schon wieder irgendwo unterwegs und berichtest hoffentlich hinterher davon)

    Nachdenkliche Grüße
    Tina

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    • Liebe Tina,

      ja, mir ist bewusst, dass ich in einer glücklichen Lage bin mit meiner Felsendichte. Das ist in vielen Jahren gewachsen. Und an meinen Wohnort musste ich mich auch erst gewöhnen. Am Meer wäre vielleicht schöner, aber da müsste ich nicht nur auf meine Arbeit verzichten, sondern auch auf die vielen kulturellen Veranstaltungen, die ich so mag und die es da oben einfach nicht gibt. Also genieße ich die See als Urlaubsort und Frankfurt als Lebensmittelpunkt.

      Und ja, manchmal muss man sich von Menschen trennen, die einem schaden. Das ist schwer, muss aber sein. Wahrscheinlich geht es hinterher beiden Seiten besser.
      Ein schönes Wochenende noch!

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      • Frankfurt wäre nichts für mich, aber vermutlich kann ich das nicht richtig beurteilen, ich kenne die Stadt kaum. Hamburg ist die Stadt, nach der ich mich verzehre und sie hat all das, was ich hier so vermisse. Leider muss ich noch lange Zeit warten bzw. hoffe, dass es überhaupt klappt, dorthin umzusiedeln. Ich möchte endlich mal irgendwann ankommen (nach 14 Umzügen eigentlich kein Wunder, oder?).

        So – ich gehe jetzt in den Garten, damit ich auf andere Gedanken kommen – wobei – Gartenarbeit ist ähnlich wie Bügeln dazu geeignet, über dies und das nachzudenken und mitunter in ein dunkles Loch zu fallen. Vermutlich aus dem Grund habe ich das Bügeln gänzlich eingestellt :).

        Liebe Grüße

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      • 14 Umzüge – das sind echt viele. Vielleicht kannst du ja da, wo du jetzt bist, heimisch werden. Am besten auch ohne Gartenarbeit (das mochte ich nie – noch weniger als Bügeln!)

        Frankfurt ist für mich übrigens eine ganz tolle Stadt – so viel besser als ihr Ruf.

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      • Nein – wo ich jetzt bin, ist der schlimmste Ort, in dem ich je gewohnt habe. Heimisch werde ich mit Sicherheit hier nicht, nach 8 Jahren wäre das ein Wunder. Gartenarbeit mag ich eigentlich gern (früher allerdings auch nicht, meine Mutter war da immer sehr akribisch und das mochte ich nie – hier darf auch was wild wachsen 🙂 ).
        Frankfurt kenne ich nur aus dem TV – da werden dann wohl nicht unbedingt die schönsten Fleckchen gezeigt. Ach ja – den Flughafen kenne ich real, da sind wir mal nächtens gestrandet und kamen nicht weiter, es gab nicht mal was zu essen, weil alles verschlossen war.

        So – weiter gehts im Garten, hatte eine kurze Trinkpause eingelegt – jetzt noch eine Runde bis gegen 16 Uhr – dann gibts Kaffee :).

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