Von Island über den Nil nach Antwerpen

Es ist beschlossen, wir werden mal wieder reisen: Meine Freundin Antje und ich werden im Sommer eine Woche unterwegs sein. Wir haben sogar schon was gebucht, ganz klassisch im Reisebüro. Das war gar nicht so einfach – für die nette Frau Schindler, die sich mit uns abgemüht hat. Und das kam so:

Wir waren ein bisschen spät dran mit unserer Planung. Doch als wir einmal damit anfingen, ging es ganz schnell: Wir einigten uns auf Island als Reiseziel und guckten wie gewohnt im Internet, was es da so gibt. Wir sind nämlich überzeugte Onliner, wir buchen immer im Internet. Gibt ja genug. Und unsere Wünsche waren einfach: Pauschal wollten wir reisen, mal nichts selber planen.

Dumm war nur, dass Island an unserem gewünschten Reisetermin anscheinend von Touristen überschwemmt wird und nahezu ausgebucht war. Die wenigen Angebote, die noch zu haben waren, waren wirklich teuer (und wir sind wahrlich nicht knauserig, was das Reisen angeht) oder irgendwie nicht für uns geeignet: Zu Fuß auf einen Gletscher rennen ist einfach nicht unsere Sache.

Wir mussten also umdisponieren. Bei einem kleinen Cocktail wurde es Ägypten – eine Nil-Kreuzfahrt fanden wir gut. Über die politische Lage dort wollte ich noch nachdenken, ließ das aber bleiben, als ich diesen Satz im Internet fand: „Zu dieser Jahreszeit wird diese Kreuzfahrt nur Personen empfohlen, die große Hitze mögen und gut vertragen.“ 38 Grad – ja sind die denn verrückt da? Da will ich nicht hin, politische Lage hin oder her!

Wir informierten uns über die Kanalinseln – kann man da eine Kreuzfahrt machen? Kann man nicht, aber man kann individuell Hotels buchen und mit einer Fähre herumschippern. Wir waren aber nun so ganz auf Kreuzfahrt eingestellt und beschlossen, die Rhône herunter zu fahren. Oder herauf? Egal, Hauptsache Rhône. Oder die Loire? Oder doch über die Ostsee nach St. Petersburg? Oder über den Main bis nach Mainz und dann mit der S-Bahn nach Hause? Gibt’s auch, wollten wir aber nicht. Wir gaben auf und beschlossen, wild und gefährlich zu leben: Am Freitag gingen wir ins First Reisebüro am Schweizer Platz.

Die nette Dame, die uns am Hals hatte, war erfahren und hart gesotten: Sie zwang uns, unsere Reisepläne „irgendwas mit dem Schiff zwischen Island und Ägypten“ so weit zu konkretisieren, bis wir uns auf eine Flusskreuzfahrt festlegten und ihr ein Budget sagten. Sie beriet uns, indem sie uns fast verbot, eine Donau-Kreuzfahrt zu buchen – dafür sind wir wohl doch noch 20 Jahre zu jung. Und sie gab nicht auf mit der Beratung und dem Suchen von Angeboten, bis wir in der fast ausgebuchten Reisezeit schließlich zwei Touren zur Auswahl hatten: je eine mit Start in Deutschland und in Frankreich. Eine mit einer 12-Quadratemeter-Kabine und eine mit drei Quadratmetern mehr. Wir entschieden uns für Köln auf 12 Quadratmetern, schließlich sind wir beide ordentliche, verträgliche Menschen. Und hier fahren wir hin:

Und dann hatten wir noch Glück, weil Frau Schindler Pech hatte: Während wir gemütlich Kaffee schlürften, bemühte die arme Frau sich, unsere Reise zu buchen. Es war Freitag, kurz vor Feierabend, alle waren schon in Wochenendstimmung. Auch das Buchungssystem hatte sich zur Ruhe begeben und verweigerte den Dienst. Unsere tüchtige Reiseverkehrskauffrau rief daraufhin direkt beim Veranstalter an und wurde dort so freundlich lästig, dass man uns einen extra Aktionscode zukommen ließ, der uns volle 25% Rabatt einbrachte! Wow – das hätten wir im Internet sicherlich nicht bekommen, das war ein klarer Punktsieg für die Offline-Buchung im Reisebüro. Kurz entschlossen legten wir einen Großteil des Geldes im „Getränkepaket“ an, das ist so eine Art Vollpension zum Trinken. Uns schien das ein gutes Geschäft zu sein, ob es für den Reiseveranstalter auch so ein guter Deal wird, muss sich zeigen.

Auf jeden Fall freue ich mich jetzt auf unsere Pauschalreise. Ich war noch in keiner der Städte, die wir anlaufen werden, obwohl ich wirklich schon oft in Holland war. Gewiss gibt es viel zu sehen, auf dem Fluss und an Land. Ich werde berichten!

6 Kommentare zu “Von Island über den Nil nach Antwerpen

  1. Na dann: Gute Reise und viel Spaß! Amsterdam kenne ich ein bisschen. Ich liebe die Grachten dort, und das van Gogh Museum – jedes Mal ein Muss für mich.
    Magst du Thriller? Kennst du den Film „Verfluchtes Amsterdam“? Der ist echt klasse.
    LG, Ines

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s