Besuch auf der Apfelweinwelt

Wir waren mal wieder in Sachen Kultur unterwegs. Wir, das sind meine Freundin Antje und ich. Gemeinsam besuchten wir die Messe „Apfelweinwelt“, um die Apfelweine dieser Welt kennenzulernen und uns ganz im Allgemeinen etwas fortzubilden.

Gesellschaftshaus Palmengarten
Die Messe fand im Gesellschaftshaus des Palmengartens statt, also in einer wirklich schönen Location. Es gab sogar zwei Ebenen, die wir beide erkundeten.

Gesellschaftshaus Palmengarten
Auf die Idee gebracht hatte uns ein Coupon, der sich auf dem Journal Frankfurt befand: zwei Messekarten für einen Preis – das schien uns ein gutes Geschäft zu sein. Zumal eine ausführliche Apfelweinverkostung im Preis enthalten war. Wir stürzten uns also hinein ins Vergnügen und wurden schon im Foyer darüber aufgeklärt, dass es mehr Apfelsorten gibt als Boskop und Granny Smith.

Apfelsorten

Dann holten wir uns jeweils ein Glas (gegen fünf Euro Pfand) und wunderten uns über dessen Form: Ein Äpplerglas sieht eigentlich anders aus. Wir lernten aber im Laufe der Messe, dass Apfelwein weltweit ohnehin aus unterschiedlichen Gläsern getrunken wird – mal aus Bechergläsern ähnlich denen im Chemieunterricht, dann wieder aus Porzellanbechern – und gaben uns tolerant.

Gläser mit Apfelwein
Das Angebot erwies sich als vielfältig: Es gab reine Apfelweine und solche mit anderen Fruchtzusätzen, Bio-Produkte und welche mit Zucker, Schaumweine, Perlweine und Proseccos. Vom Geschmack her waren sie mild, süß, herb oder hefig – es sollte also niemand behaupten, dass Apfelwein eine langweilige Sache ist. Und auf vielen Tischen prangten goldene Äpfel: der Pomme d’Or, der anscheinend in einer großen Menge von Kategorien als Auszeichnung vergeben worden war.
Pomme d'Or
Wir nippten uns durch die Gänge, schwatzten hier, probierten dort, fachsimpelten und gaben unsere Urteile ab. Nur selten benutzten wir die grauen Töpfe, in die man Reste aus dem Glas schütten konnte – dafür musste es geschmacklich schon ganz schlimm kommen. Der eine oder andere Extrakt machte mir aber aufgrund seines starken Hefegeschmacks zu schaffen und wurde doch entsorgt. Auch das Produkt des baskischen Anbieters war nicht unbedingt mein Fall, dafür habe ich ihm gerne beim Einschenken aus zwei Metern Höhe zugesehen.

der Baske
Zwischendurch machten wir Pause: zum einen, um auf dem Balkon ein wenig Sonne zu tanken, zum anderen um mal einen Happen zu essen. Wir hatten ein wenig Bedenken, dass wir ohne solide Grundlage den einen oder anderen Stand würden auslassen müssen.

Käseteller Wurstteller
Tatsächlich war das Angebot an Apfelweinen sehr international. Ich habe ja ehrlich gesagt erst in Frankfurt dieses Getränk kennen und schätzen gelernt. Natürlich kannte ich zuvor schon den typischen „Cidre Pomme Jacque“, der in meiner Jugend mal in war und mir scheußlich schmeckte, außerdem tranken wir in Irlandurlaub „Bulmers“ und „Strongbow“. Apfelwein aus dieser Ecke erstaunte mich also nicht.

Cider
Aber Äppler aus Lettland hatte ich noch nie, und welchen aus Hamburg erst recht nicht. Bei dem gefielen mir besonders die Namen. Wir lernten, dass die Ebbe nur halbvergoren ist und daher weniger Alkohol enthält als die Flut.

Ebbe und Flut
Und irgendwann wurde es ernst: Wir wandten und auch den Ständen mit den Obstbränden zu. Besonders gut gefiel mir der Stand mit den vielen kleinen Fläschchen in Dutzenden von Sorten. Ich nippte an Ingwer-Orangen-Brand, außerdem so dies und das, und schloss mit einem Haselnuss-Likör – danach brauchte ich ein sauberes Glas.

Brennerei
Auch Whisky gab es andernorts zu verkosten, zu meiner Verwunderung gab es an diesem Stand nicht einmal einen Alibi-Apfel. Und es gab einen dänischen Stand, an dem es neben Apfelwein auch weibliche und männliche Schnäpse gab. Der weibliche hatte 20% Alkohol und schmeckte mir hervorragend. Und der Männliche? Nun, der hatte 40% Alkohol und war schlichtweg ein geiles Zeug. Wäre der nicht so elend teuer gewesen, hätte ich ein paar Kartons davon geordert.

Dänischer Schnaps

Alles in allem war es eine sehr gelungene Veranstaltung, die uns viel Spaß gemacht hat. Erstaunlicherweise gab es keinen schlimmeren Kater – Apfelwein muss wirklich ganz besonders rein und gesund sein.

2 Kommentare zu “Besuch auf der Apfelweinwelt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s