Fundstücke 13 – Waschbecken für Fortgeschrittene

Ich gehöre zu den Menschen, die sich regelmäßig die Hände waschen, besonders auch nach Geschäften größerer oder kleinerer Natur. Dieses Waschbecken in einer Usedomer Strandtoilette stellte mich jedoch vor eine ungeahnte Herausforderung:

Waschbecken

Ich stand wie der Ochs vorm Berge vor diesem Edelstahlwunder und zweifelte mal wieder an meinem geistigen Zustand: Denn wie zum Teufel machte man, dass aus dem Hahn Wasser rauskam? Ein Hebel war nicht da, ein Knopf auch nicht. Ich wedelte mit meiner Hand unter dem Hahn herum – ein Sensor vielleicht? Auch nichts. ‚Kaputt‘, sagte eine leise Stimme in meinem Kopf, ‚da kommt kein Wasser raus. Gib‘ auf!‘ Aber das konnte doch nicht sein: Es war doch noch ein Rest Schaum im Becken, hier hatte sich noch vor kurzer Zeit jemand die Hände gewaschen.

Ich überlegte, mich mit ungewaschenen Händen ein wenig auf die Bank zu setzen und zu weinen. Aber da war keine Bank. Also noch ein letztes Mal den Blick schweifen lassen. Da – die eine Fliese da rechts – da sah man eine Hand. Sollte man da draufdrücken? Auf die Fliese? Ich sah mich um – nicht, dass mich jemand beobachtete. Vorsichtig berührte ich die Fliese. Und da floss es: frisches, klares Wasser zum Hände waschen. Das tat ich dann auch ganz schnell, bevor dieser helle Quell wieder versiegte.

Und da ich unbeobachtet war und immer neugierig bin, drückte ich ganz neugierig auch mal auf die markierte Fliese links. Auch hier passierte das, was zu erwarten war: Es kam kein Becher.

7 Kommentare zu “Fundstücke 13 – Waschbecken für Fortgeschrittene

  1. Hihi – erinnert mich an einen Cafébesuch neulich – da stand ich auch etwas hilflos in der Keramikabteilung. Bei mir floss zwar das Wasser – aber wie sollte man an die Seife herankommen? Mit Fragezeichen in den Augen wedelte ich vor sämtlichen Armaturen herum und erst, als ich nach dem elektrisch gesteuerten Papierhandtuch greifen wollte, zischte plötzlich die Seife in hohem Bogen direkt auf meine Jacke. Seufzend putzte ich die Bescherung ab und da ich dabei etwas auf die Finger bekommen hatte, konnte ich sie nun auch endlich richtig waschen. Auf dem Weg zum Papierhandtuch dann das gleiche Spiel – hmpf. Ich dachte schon an „versteckte Kamera“, stellte mir gleichzeitig vor, wie vielen Leuten das ausser mir wohl täglich so ging :). Nun denn, mit frisch gewaschenen, aber tropfenden Händen verließ ich dann diesen merkwürdigen Ort und traf im Flur meinen Mann – nun ebenfalls mit Fragezeichen in den Augen, als er mich sah – Hände nass und die Jacke vorn am Bauch mit zwei großen Wasserflecken. Er ging dann trotzdem mit mir einkaufen :).

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