How to use a Teesieb?

TeesiebIch war mal wieder auf dem Flohmarkt. Das ist an sich nichts Spektakuläres, und der dort getätigte Umsatz hielt sich durchaus in Grenzen: Mein einziger Kauf war ein altertümliches Teesieb. Mal wieder – denn schon im Herbst hatte ich mir eines dieser praktischen Teile auf einem Flohmarkt gekauft.

Dieses Mal jedoch führte der Teesieb-Kauf bei mir zu einem Aha-Erlebnis: Ich lernte, dass auch Leute, die man eigentlich für ausgesprochen gescheit hält, manchmal ganz einfache Dinge nicht kennen oder wissen. So wie die Freundin, die nicht wusste, wie man ein Teesieb benutzt.

Schon als ich über den Kauf nachdachte, raunte es an meiner Seite leise, dass dieses Gerät doch lächerlich klein und gar nicht zum Gebrauch geeignet sei. Das wunderte mich, denn anders als das Sieb, dass ich mir im Oktober gekauft hatte, hat es einen ausreichend langen Griff, so dass man nicht dauernd Gefahr läuft, sich das heiße Gebräu über die eigenen Finger zu gießen. Also ignorierte ich die mahnenden Worte, handelte das elegante Stück um einen Euro herunter, investierte sieben Euro und erwarb mein neues Sieb.

Ich gebe zu, dass ein Teesieb ein Utensil ist, das man zu Zeiten des Dauerfilters und der Teebeutel kaum noch braucht. Trotzdem hat so ein Sieb für mich etwas Schönes, Gemütliches. Das mag daran liegen, dass ich in Norddeutschland aufgewachsen bin, wo viel Tee getrunken wird. Als ich klein war, gab es Tee bei uns aus der kleinen Metallkanne mit dem Ostfriesenmuster. Der kräftige Ostfriesentee kam direkt in die Kanne, beim Ausgießen wurde ein Teesieb untergehalten, das den Satz auffing. Das Teesieb hatte einen kleinen Halter, so dass es abgestellt werden konnte, ohne den Tisch nass zu machen. Später gab es einen Halter mit Papierfilter zum Teekochen, noch später dann eine Teemaschine. Aber am heimeligsten war es mit dem Teesieb und der kleinen Kanne – die habe ich übrigens auch inzwischen in meinem Schrank, aus Nostalgiegründen.

Teesieb

Meine Freundin hielt mein Teesieb für etwas anderes: Sie dachte, es sei etwas, dass nicht zum Tee eingießen, sondern zum Tee Aufbrühen benutzt werden kann – ein Tee-Ei oder so. Daher nölte sie über seine Größe, denn wenn man trocken Tee hineingeben und das Sieb dann ins Wasser hängen wollte, war es tatsächlich etwas knapp bemessen. Ich gab also mal wieder das Klugscheißerle und erläuterte den Gebrauch eines Teesiebes. Und das machte den Tag besonders gelungen: Ich durfte jemandem etwas beibringen und dabei schlau gucken – was für ein Fest!

3 Kommentare zu “How to use a Teesieb?

  1. Ganz tolle Teile! Das verleitet doch, zur Teesiebsammlerin zu werden! Meine Eltern hatte so ein ähnliches Teil. Da waren Sieb und Unterteil verbunden. Man mußte das Sieb etwas schwenken, um das Unterteil aus dem Teestrahl zu bringen – oder so ähnlich. Kennst du das auch?

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    • Um ehrlich zu sein, habe ich über das Teesiebe-Sammeln auch schon nachgedacht. Andererseits will ich mir die bude eigentlich nicht mit noch mehr Kram anfüllen. Aber gerade das Neue gefällt mir so gut. Ich werden einfach auf den nächsten Flohmärkten mal die Augen offen halten 🙂

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    • Und ja, das schwenkbare Modell kenne ich auh. Das hatten in Norddeutschland ganz viele – sowohl in schlichten, als auch in dekorierten Ausführungen. Meine Eltern hingegen hatten so ein zweiteiliges Sieb, also mit einem Näpfchen, in dem man es abstellen konnte. Muss mal gucken, ob das noch irgendwo ist …

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