Komische Gewohnheiten – Katzenohren

In diesem Beitrag tue ich etwas, was man eigentlich macht: Ich urteile über den Geschmack anderer Leute. Eigentlich finde ich so etwas immer sinnlos, denn wer bin ich, dass ich etwas als „geschmacklos“ bezeichne, nur weil es nicht meinem eigenen Geschmack entspricht? Trotzdem kann ich mir diese Gedanken nicht verkneifen …

Komische Gewohnheiten 12 – Katzenohren tragen

Mütze mit Katzengesicht und Ohren

nur eines von vielen Modellen auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt

In der letzten Zeit sehe ich immer öfter Erwachsene – größtenteils Frauen – die Mützen mit Katzenohren oder Pandagesicht tragen. Auch Eulen sind beliebt, von diesen komischen gelben Minions mit einem oder zwei Augen ganz zu schweigen. Sogar ganze Jacken gibt es, die z. B. im Tigermuster gestreift sind und Tigerohren an der Kapuze haben. Und ich frage mich: Was bringt erwachsene Menschen dazu, sich derartig sonderbar herzurichten?

Natürlich weiß ich, dass Geschmack etwas sehr Individuelles ist und man daher darüber nicht streiten kann. Folglich habe ich auch noch nie gemeutert, wenn Eltern ihre Kinder mit Ohrenmützen oder Hasenstramplern ausstaffieren, auch wenn ich das persönlich irgendwie albern finde. Das ist wie mit diesen Kinderfotos der Fotografin Anne Geddes, die vor einigen Jahren mal so furchtbar in waren: Viele Leute finden diese Arrangements von „Baby auf Kohl“ oder „Baby mit Schneckenfühlern in Sonnenblume“ ganz bezaubernd, mein Ding ist das nicht. Aber so lange ich mir nicht täglich so ein Kalenderblatt angucken muss, soll es mir egal sein.

Das ist natürlich bei den Erwachsenen mit den Katzenmützen das gleiche, aber hier frage ich mich wirklich, was der Grund für diese Art sich anzuziehen ist. Bei Teenagern mag das ein Gag sein, aber bei erwachsenen Frauen? Wollen die niedlich sein? Warum setzt sich ein vollbärtiger Mann eine Panda-Mütze auf? Und was hat sich diese voluminöse Dame in der Regionalbahn mitten in Ostfriesland gedacht, als sie sich für die Teddyjacke mit Jaguarmuster und Kapuzenohren entschieden hat? Was hat sich der Designer gedacht, als er diese Jacke in dieser Größe designt hat? Der Jaguar ist ein ausgesprochen schlankes Tier, der hat keine solchen Rundungen, und er hat auch kein Teddyfell. Ich musste die Dame während der Fahrt zwischen Emden und Bad Zwischenahn ununterbrochen anstarren, konnte das Geheimnis dieser Jacke jedoch nicht ergründen. Eines aber war für mich ganz klar: NIEDLICH ist sowas nicht. Ganz und gar nicht!

 

8 Kommentare zu “Komische Gewohnheiten – Katzenohren

  1. Mir fällt dazu nur ein Begriff ein – Individualität. Die geht natürlich flöten wenn alle dann wiederum so ein spezielles Outfit wählen. Bei mir sind es Sterne, die mehr oder weniger unangenehm aufgefallen sind. Ich mag gerne Sterne auf Schals und hatte mir überlegt eine passende Mütze dazu zu kaufen. Nachdem nun auf dem Weihnachtsmarkt Scharen von Sternmützen zu sehen waren hab ich das abgehakt. Aber meine Schals bleiben 🙂

    Gefällt mir

  2. Vielleicht finden die Leute das einfach lustig. Ich war neulich mit zwei Zuckerstangen auf dem Kopf auf dem Weihnachtsmarkt. ^^

    Und: Böses Fat-Shaming! Fette Frauen dürfen also keinen Animal-Print tragen? Oder nur diese eine Jacke nicht? Sollen die sich alle in mausgraue Ponchos hüllen? Ach nein, Mäuse sind ja auch eher klein… verflixt, was tun??

    Gefällt mir

    • Och, das „Fat-Shaming“ liegt mir eigentlich eher fern. Ich habe ja mindestens die gleiche Kampfklasse wie die Katzenfrau im Zug.

      Und doch, dicke Frauen dürfen Animal-Print tragen, wenn sie das schön finden. Ich finde es nicht schön, aber ich finde Animal-Print nie schön – auch nicht auf dünnen Frauen, Männern jedweder Größe oder Handtaschen. Das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

      Ich finde aber – und nun mal ganz ernsthaft – dass dicke Frauen mehr auf sich achten sollten als dünne, was das äußere Erscheinungsbild angeht. Damit meine ich nicht, dass die immer gebügelt und geschniegelt durch die Welt laufen müssen. Aber die Sachen sollten vernünftig passen und nicht zu einem Anstarr-Effekt führen. Zum einen macht man es sich dadurch selber schwer. Und zum anderen macht man es damit allen anderen Dicken auch schwerer. Läuft eine Dicke wie eine Trümmerlotte durch die Stadt, hat das weit mehr Abstrahleffekt als wenn eine Dünne merkwürdig gekleidet daher kommt.

      Und was mausgraue Ponchos angeht – Ponchos finde ich auch nicht so dolle. Das liegt wahrscheinlich an dem blau-gelben Häkeldingsbums, das ich in den 70er Jahren tragen musste. Ich finde die auch heute noch nicht wirklich kleidsam und besitze trotz beträchtlichem Leibesumfang keinen. Wenn ich einen kaufen müsste, würde ich aber wohl einen in Petrol nehmen, oder einen Roten.

      Gefällt mir

  3. Genau diese Frage stellte ich mir heute vormittag auch – was um alles in der Welt hat es mit diesen Ohrenmützen auf sich? So langsam wird es ja Zeit, mal an Weihnachtsgeschenke zu denken, also auf in die Stadt. Dort liefen mir innerhalb von 30 Minuten 5 Ohrenmützenträgerinnen über den Weg, wobei ich sagen muss, dass sie einer jungen, vermutlich japanischen Frau, äusserst gut standen – sie hatte ein recht spitzes Gesicht, also quasi Katzenohren auf Mausgesicht (wenn man das mal so sagen darf 🙂 ). Trotzdem erschließt sich mir der Sinn dieses Designs nicht – bei Kindern noch halbwegs erträglich, aber bei Erwachsenen ausserhalb der Karnevalszeit doch ein wenig merkwürdig. Ich halte mich nicht für altbacken oder altmodisch, aber so zum Affen – ähm zur Katze – muss ich mich dann doch nicht machen :).
    Leo-Look mag ich übrigens auch nicht – nicht an mir, nicht an Dicken oder Dünnen gleich welchen Geschlechts – einfach gar nicht.
    Im Allgemeinen ist es mir egal, was andere Leute anhaben – aber bei manchen muss ich dann doch eben mal hinschauen – und mir meinen Teil denken. Aber vielleicht ist das ja auch Absicht der Modeindustrie? Man wird zum Nachdenken angeregt – auch wenns keine sinnvolle Antwort gibt.

    Gefällt mir

    • Da sagst du was sehr Wahres, Tina – es gibt wahrscheinlich keine sinnvolle Antwort auf das Warum. Das ist ja das Interessante am persönlichen Geschmack: Wir mögen alle unterschiedliche Dinge, und keiner weiß warum. Ist aber gut so: Sonst würden wir alle gleich herumlaufen, und uns alle auf den gleichen Kerl stürzen 😉

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s