Komische Gewohnheiten – freudig jauchzen

Diese Gewohnheit ist ganz eindeutig dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen. Um ehrlich zu sein, wäre mir diese Besonderheit beinahe nicht aufgefallen. Aber der liebe Kollege Andreas machte mich durch seine beherzten, mit vollem Körpereinsatz durchgeführten Nachahmungen dieser weiblichen Macke darauf aufmerksam. Und so ungern ich es zugebe: Er hat recht!

Komische Gewohnheiten 6 – freudig jauchzen

Um zu erklären, worauf ich mit diesem Beitrag hinaus will, möchte ich zuerst einmal den Duden bemühen, der das Wort „Jauchzen“ wie folgt definiert: „jubeln, voller Freude sein; (gehoben) sich entzücken, frohlocken, guter Dinge sein, jubilieren, sich weiden; (umgangssprachlich) [ganz/rein] aus dem Häuschen sein

Und Wikipedia erklärt: „Als „Jauchzen“ (engl. long call, trumpeter call oder „the challenge“[1]) bezeichnet man eine sehr typische, lautstarke Rufreihe der Möwen, die oft mit einer Folge von Bewegungen und vorangehenden Lautäußerungen verbunden ist.

Beide Quellen sind recht zutreffend, auch wenn es bei dem von mir gemeinten „Jauchzen“ nicht um Möwen geht. Aber eine Gruppe Frauen ist einem Schwarm Möwen nicht so unähnlich, weder, was die hohen Laute, noch was das aufgeregte Flügelschlagen angeht.

Bei uns im überwiegend weiblich besetzten Großraumbüro ist es häufig zu beobachten: Etwas geschieht. Diverse Frauen schnellen aus den Stühlen empor, stoßen kleine, spitze Schreie aus, laufen zusammen. Das passiert zum Beispiel, wenn ein kleines Kind hinein getragen wird – wie süüüüßßß! Oder wenn jemand Katzencontent auf Facebook findet – oooohhh! Oder wenn ein großer Blumenstrauß hineingetragen wird – soooo schöööön! Das hohe C wird mühelos erreicht und manchmal wird aufgeregt mit den Armen gerudert, wohl um Spannung abzubauen und auf die Bedeutung des Ereignissen hinzuweisen. Ähnlichkeiten mit einem Hühnerhof sind wirklich nicht von der Hand zu weisen.

Und ich muss gestehen, dass auch ich mich manchmal dabei ertappe, dass ich mich auf diese Weise merkwürdig verhalte. Weniger bei kleinen Kindern – da bin ich immer froh, wenn die mir nicht zu nahe kommen. Nicht, dass ich die noch kaputt mache, ich hab’s ja nicht so mit der Mütterlichkeit. Aber Tierbabys – das ist schon was anderes. Zum Beispiel, wenn es um den kleinen Hahn Mehmet geht. Mehmet ist ein Waisen-Küken, wurde von einer Kollegin adoptiert und ist somit sehr menschenbezogen. Gerne lässt er sich filmen, und wenn er dann öffentlichkeitswirksam in die Kamera gähnt – wussten Sie, dass Hähne gähnen können? – dann muss auch ich mich im Sopran begeistern. Sowas Putziges aber auch! Hach, wie nieeeedlich! Dann jubiliere ich und bin ganz aus dem Häuschen.

Gestern sah ich auf Facebook, dass Mehmet kleine Geschwister bekommen hat – kleine, puschelige Fellbommeln auf Beinen. Natürlich war ich geschüttelt und gerührt, habe alle Fotos mit „gefällt mir“ bedacht und den plötzlich auftauchenden Gedanken an eines meiner Lieblingsessen  – Hühnerfrikassee  – erst mal verdrängt. Allerdings kann mich ein gutes Essen durchaus auch zum Frohlocken bringen …

2 Kommentare zu “Komische Gewohnheiten – freudig jauchzen

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