Usedom im Herbst

Für alle, die sich über die ungewohnte Ruhe hier im Blog wundern, habe ich ein paar Fotos, die das Schweigen erklären: Urlaub auf Usedom. Das bring mich schon allein dadurch zum Schweigen, weil der Internet-empfang hier auf der Insel einigermaßen mau ist. Mein Handy denkt sogar immer, dass es in Polen sei, und heißt mich jeden Tag mehrmals dort willkommen. Naja, besser als nichts. Aber „in echt“ bin ich noch auf der deutschen Seite Usedoms, genau genommen in Ahlbeck.

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Im Moment aber sitze ich neben dem Klavier im Hotel-Café. Eine nette Kellnerin hat mir verraten, dass der Empfang hier recht gut sei. Nun, zumindest ist er vorhanden.

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Inselurlaub im Herbst – so manchen schüttelt es bei diesem Gedanken. Was mich immer wieder zu solchen Urlauben treibt, ist die herrliche Ruhe, der Wind und das raue, aber nach meinem Geschmack angenehme Klima. Selbst die Möwen scheinen entspannter als sonst – sie lassen sich ohne jegliche Hemmung fotografieren. Eine hatte übrigens auch keine Hemmungen davor, mich von oben bis unten vollzukacken – das hätte nun nicht sein müssen. Dummes Tier!

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Was mir am Inselherbst besonders gefällt, ist dieses besondere Licht. Irgendwie golden, was nicht nur daran liegt, dass Blätter die Strandabgänge säumen. Man sieht es auch ohne dekorativ begleitendes Laub.

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Und das Vorurteil, das viele haben, dass es in Norddeutschland ab September keinen einzigen Sonnenstrahl mehr gibt, wurde auch dieses Mal eindrucksvoll widerlegt:

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Man darf sich natürlich nicht täuschen lassen: Trotz der Sonne und des wolkenlosen Himmels ist es im Wind lausig kalt und ich staune immer wieder darüber, was es für einen Unterschied macht, ob man die Mütze brav auf dem Kopf trägt oder sie mal wieder im Hotelzimmer vergessen hat.

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Was mich hier auf Usedom übrigens am meisten fasziniert, ist nicht etwa die schöne, manchmal fast etwas kitschig wirkende Bäderarchitektur, die einem besonders in den drei Kaiserbädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin überall begegnet. Sie ist hübsch, ohne Zweifel. Aber für mich, die ich die Nordseestrände mit ihrer kargen Vegetation gewohnt bin, sind es eher die vielen Kiefern, die mich immer wieder staunend gucken lassen. Wie groß die Dinger werden können! Und wie viele es hier davon gibt! Ich hatte keine Ahnung, dass es so viel Wald auf Usedom gibt. Und auch nicht, dass er so nach an den Strand heranwächst.

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Außerdem finde ich die Nähe zu Polen sehr spannend. Es begegnen einem sehr viele Polen, sei es, weil sie auf der deutschen Seite der Insel arbeiten oder auch, weil sie auf einem Sonntagsspaziergang in Ahlbeck Kaffee trinken gehen. Ich bin ebenfalls spazieren gegangen, aber in die andere Richtung, über die Promenade nach Swienemünde. Es ist schon lustig, mit dem linken Fuß noch in Deutschland, mit dem Rechten aber schon in Polen zu stehen. Das finde ich besonders bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass diese Grenze in meiner Jugend noch ein wahres Bollwerk war.

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Der vielfach angepriesene „Polenmarkt“, den die Polen übrigens den „Deutschenmarkt“ nennen, interessierte mich zwar nicht sonderlich – schließlich rauche ich nicht, brauche weder Reizwäsche noch Schlagringe und habe auch genügend Handtaschen. Aber die Art, wie die Stadt hergerichtet ist, ist schon sehr ansprechend. Im Sommer bietet sie viele Ecken, in denen man schön draußen sitzen kann, und eine interessante und liebevolle Bepflanzung.

Alles in allem ist Usedom für mich eine Reise wert – und gerne auch noch eine oder mehrere Weitere. Denn übermorgen geht es ab nach Hause. Es war wie immer viel zu kurz!

2 Kommentare zu “Usedom im Herbst

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