Marlies Lüer

Marlies_PortraitMarlies ist eine tolle Autorenkollegin, die ich bei den eWriters kennenlernen durfte. Sie schreibt Romane, Märchen und Fantasy und mag all diese Genres gleichermaßen. Sie veröffentlicht bei Amazon/KDP als so genannte Indie-Autorin. Erhältlich sind von Marlies Lüer bislang vier Bücher als EBooks.

Marlies ist ein gebürtiges Nordlicht, lebt jedoch seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Baden Württemberg.

Mehr über Marlies erfahrt Ihr auf ihrer Webseite http://www.silberworte.de

Der Anderwelt-Schöpfungsmythos

Erzählt von Fearghas, Midirs Sohn (und Marlies Lüer)

Vor langer Zeit, es mögen zehntausend Erdenjahre vergangen sein, waren Menschen und Tuatha de Danan EIN Volk. Sie waren die Kinder Danus, der Großen Mutter. Es kam eine dunkle Zeit über das Volk, denn die Dämonen Zwist und Hader schlichen sich in die Welt, um die Seele des Volkes zu vergiften.

Brudermord war das finstere Kind von Zwist und Hader. Die Tuatha de Danan fürchteten um ihre Existenz, denn die Menschen waren stärker als sie, erfüllt von Wildheit und auch Blutdurst. Das Feenvolk Tuatha zog sich in seiner Angst zurück ins Sommerland, auf die große Insel Avalon. Auf langen Booten, die sie aus Ebereschenholz schnitzten, überquerten sie das große Meer. Der Schutzgeist der Insel nahm sie gütig auf und verbarg das weinende Volk, indem er rund um die Insel Nebel aufsteigen ließ. So waren sie vor den Augen der Menschen verborgen.

Verfolger und Dämonen verirrten sich im Nebel, und viele kamen darin um, weil sie den Weg hinaus nicht mehr fanden. Die Kinder Danus aber fanden Frieden und Glück in ihrer neuen Heimat, die wahrlich ein Paradies war. Es gab dort keine Jahreszeiten. Immerzu trugen Bäume und Büsche Blüten und Früchte. Obwohl der Nebel, geformt wie eine Kuppel, die Insel verbarg und auch Sonne, Mond und Sterne nicht mehr zu sehen waren, hatte das Volk stets genug Licht, denn die Magie der Insel leuchtete ihnen allezeit. Auf der Insel waren zahlreiche Süßwasserquellen, das Wasser war angefüllt mit wilder Magie. Und so erlernten die Alten und Weisen des Volkes den Umgang mit der Magie, denn sie war ein Teil von ihnen geworden. Der Inselschutzgeist selbst gab ihnen Unterricht. Was sie lernten und all ihre magische Kunst, gaben sie gewissenhaft weiter an ihre Kinder und Kindeskinder. Und auch diese handelten so für ihre eigenen Kinder und Kindeskinder. Bald schon war ihnen nichts mehr unmöglich. Sie formten die Insel mit Magie und Imagination nach ihren Wünschen, erschufen sogar neue Kreaturen! Dadurch, dass sie so stark und mächtig im Geiste wurden, Generation für Generation, veränderten sich dort sogar die Gesetze der Natur. Die Zeit verlief fortan auf der Insel und in ihrer unmittelbaren Umgebung anders als im Rest der Welt. Die Erde drohte dadurch zu zerreißen! Schwere Beben, Wirbelstürme und Sintfluten erschütterten den Planeten in seinen Grundfesten. Unzählige Menschen und Tiere verloren ihr Leben.

Dagda und Danu, Allvater und Allmutter, sahen dies mit großer Sorge. Sie beschlossen, um alle miteinander zu retten, das Sommerland vom Rest der Erde zu trennen und schoben die Insel behutsam in eine andere Dimension. So kam der Planet wieder zur Ruhe und das Leben in all seinen Facetten wuchs und gedieh aufs Neue.

Die Völker aber, einst Brüder und Schwestern, waren nun getrennt  und entwickelten sich gemäß ihrer Art fort und unterschieden sich sehr. Die Tuatha de Danan bekamen die Aufgabe zugewiesen, all die Devas und Elementargeister, die für die irdische Flora und Fauna zu sorgen hatten, in ihrer so wichtigen Arbeit zu unterstützen mit der Energie der wilden Magie Avalons. Die Menschen hingegen waren dazu auserkoren, das Paradies, das die Erde damals war, zu hegen und zu pflegen. Auch waren sie große Träumer und erschufen Großes und brachten viel Neues in die Welt, im Einklang mit Natur und Kosmos. Doch war diese Entwicklung nicht von Dauer. Irgendwann begann, zunächst unmerklich, der Raubbau an der Natur und neue Dämonen schlichen sich in die Herzen und Geister der Menschen.

Darum gestatteten Danu und Dagda, dass sich dann und wann ein Tor zwischen den Dimensionen öffnete, damit die Abgesandten Avalons die Lehrer der Menschen sein konnten. Doch im Nebel hatten dereinst die sterbenden Dämonen ihre ganze Bosheit als letzten Gruß aus der Unterwelt hinterlassen. Jeder Elb, jede gute Fee, die durch das Tor gingen, verwandelten sich während des Überganges in ein Fabeltier oder einen Hybriden. Anstelle von weisen Lehrern bekamen die Menschen Besuch vom Minotaurus, von einäugigen Riesen oder Harpyien und anderen schrecklichen Wesen. Nur sehr selten gelang es einem Bewohner Avalons in seiner eigenen Gestalt über die Erde zu wandeln, um die Menschen von ihrem schädlichen Tun abzuhalten. Denn obwohl Erde und Avalon in verschiedenen Dimensionen ihre Heimat haben, so sind sie doch in ihrem Schicksal innig miteinander verbunden.

Stirbt ein Teil der Erde, so stirbt ein Teil Avalons. Und wenn einst Avalon im Anderland zugrunde gegangen ist, wer soll dann die Devas der Flora und Fauna nähren, wer die Elementargeister stärken?

Dann wird die Erde mit ihren Bewohnern auf sich selbst gestellt sein. Avalons Tod ist der Tod aller.

Mögen Allvater und Allmutter dies zu verhindern wissen!

2 Kommentare zu “Marlies Lüer

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